Donnerstag, 20. August 2026

 

Der Esel im Dienste des Messias

Die Heilige Schrift lehrt, dass Jesus von Nazareth der verheißene Messias ist und benützt dazu teilweise eine Symbolsprache. Das kann die Verwendung von Heiligen Zahlen sein oder von besonderen Tieren. So wird aus Eseln, dem unersetzlichen, tagtäglichen Arbeitstier, ein Symbol für das Kommen des Heilands.

Zur Zeit Jesu war der Esel das gebräuchliche Lasttier wie ihn Abigajil verwendete, das den Menschen den Alltag erleichterte. Aber in der Bibel geht die Bedeutung von Eseln weit über die Alltagshilfe hinaus. Sie beginnt bei den Propheten, die sie für die Messiasprophezeiung benützen, und setzt sich im Neuen Testament fort, weil Jesus auf sie zurückgreift.

Als David sich vor Saul verstecken musste, war er auf die Hilfe des Bevölkerung angewiesen, die ihn mit Lebensmitteln versorgte. Die Frau des reichen Bauern Nabal ließ sich nicht lang bitten. Da eilte Abigajil und nahm 200 Brote und 2 Krüge Wein und 5 zubereitete Schafe und 5 Maß Röstkorn und 100 Rosinenkuchen und 200 Feigenkuchen und lud alles auf Esel.“ (1 Samuel 25,18) Nach Nabals Tod nahm David dessen Witwe Abigajil als seine Frau zu sich, und sie gebar ihm seinen zweiten Sohn, Kilab, der weiter keine Rolle in der Familiengeschichte spielte.

Eselinnen spielen auch bei der Salbung Sauls zum ersten israelitischen König eine entscheidende Rolle und gaben den Eselinnen ihre religiöse Bedeutung. Das Volk Israel wünschte sich einen König wie die anderen Völker, und Gott beauftragte seinen Propheten Samuel, seinen für dieses Amt Auserwählten zum König zu salben. Erkennen sollte er ihn als den jungen Mann, der die Eselinnen seines Vaters verloren hatte und auf der Suche nach ihnen zum Seher Samuel kommen wird: Morgen um diese Zeit will ich einen Mann zu dir senden, aus dem Lande Benjamin, den sollst du zum Fürsten salben über mein Volk Israels“ (1 Samuel 9,16a)

Bei seinem Einzug in Jerusalem greift Jesus sowohl auf die Königserwählung Sauls als auch auf die Messiasprophezeiung des Propheten Sacharja zurück: „Du, Tochter Zion, freue dich sehr und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“ (Sacharja 9,9) Daran würden sie das Kommen des ersehnten Messias erkennen. Die Menschen in Jerusalem, die alle in den Synagogen über die Messiasprophezeiungen gelernt hatten, begriffen sofort die sensationelle Botschaft, als Jesus auf einer Eselin mit Füllen reitend, in die heilige Stadt einzog. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn…..Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars.“ (Psalm 118, 25a.26) Das Volk jubelte dem Messias zu, wie es Psalm steht: Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere aber grüne Zweige, die sie auf den Feldern abgehauen hatten. Und die voran gingen und die nachfolgten schrien: Hosianna! Gelobt sei der da kommt in dem Namen des Herrn.“ (Markus 11, 8.9)

Obwohl der Evangelist Lukas den Stall, in dem die Hirten das Jesuskind fanden, nicht genau beschreibt („Und die Hirten kamen eilends und fanden beide Maria und Josef. Dazu das Kind in der Krippe liegend“, Lukas 2, 16) gehört doch der Esel traditionell zu den christlichen Krippen. Er findet sich in den Messiasprophezeiungen des Jesaja: „Ein Ochs kennt seinen Herrn, und ein Esel die Krippe seines Herrn.“ (Jesaja 1,3a) Nun ist der Zusammenhang nicht auf den ersten Blick erkennbar, wird aber deutlich, wenn man die berühmten Messiasprophezeiungen des Jesaja zur Erklärung heran zieht: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geboren, und die Herrschaft ruht auf seine Schulter; Uns er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst“ (Jesaja 9, 5) Und noch berühmter: „Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Wahrheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“ (Jesaja 11,1.2) Der Esel an der Krippe soll das heraus streichen.

Der Evangelist Johannes, der letzte der vier Evangelisten, weist auf eine andere Möglichkeit hin, den Messias zu erkennen. Er beruft sich auf die Taten, die nur der Messias vollbringen kann. Der zweifelnde Nathanael wird von Jesus in die Nachfolge berufen: Du wirst noch Größeres als das sehen.“ (Johannes 1,50b) Damit meint Jesus, dass er Nathanael - sich selbst an einem fernen Ort sich aufhaltend - unter einem Feigenbaum sitzen sah, als diesem Philippus vom Messias erzählte. Beeindruckt schließt sich Nathanael Jesus an: „Wir habe den gefunden, von dem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth. (Johannes 1, 45)

Wir leugnen heute nicht, dass Jesus von Nazareth der Messias ist. Seit der Auferstehung von den Toten steht fest, dass Jesus von Nazareth der verheißene Messias ist, denn niemand als der Sohn Gottes kann dies vollbringen. Zu Ostern, dem höchsten christlichen Feiertag, gedenken wir dem ultimativen Zeugnis, das der Messias - wie verheißen - abgelegt hat, um die Menschen von ihrer Gottesferne zu erlösen und ihnen die Hoffnung auf das Reich Gottes zu geben.

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