Paulus schreibt einen Brief an die Gemeinde in Thessalonich
Der Apostel Paulus begann nach seiner Bekehrung auf dem Weg nach Damaskus, das Evangelium Jesu Christi in der Öffentlichkeit zu predigen. Er reiste von Ort zu Ort und brachte zu den Griechen, die einen Vielgötter-Glauben hatten, dem auch die Römer anhingen, die Botschaft vom Reich Gottes. Zuerst reiste Paulus persönlich von Ort zu Ort, dann begann er mit Gemeinden, die er gegründet hatte, brieflich Kontakt zu halten, weil die Entfernungen zu groß waren und Paulus nicht überall sein konnte. Er kümmerte sich aber um die von ihm Bekehrten nach seiner Abreise. Die Probleme, die der Apostel in seinen Briefen ansprach, waren vielfältig. Später wurden die Briefe des Paulus in den Christengemeinden gesammelt und in den Gottesdiensten vorgelesen. Paulus selbst bat darum: „Ich beschwöre euch bei dem Herrn, dass ihr diesen Brief lesen lasst vor allen Brüdern.“ (1. Thess 5,27) Die Gemeinden folgten gerne seinem Wunsch, und so entwickelte sich zwischen dem Heidenapostel und den von ihm Getauften ein enges Band.
Die erste Gemeinde, an die sich Paulus mit einem Brief wandte, weil er selbst nicht kommen konnte (blieb in Athen zurück) und Timotheus schickte, war Thessalonich, heute Saloniki. Paulus war sehr zufrieden, denn trotz großer Bedrängnisse hatten die Thessalonicher an ihrem Glauben an Jesus Christus festgehalten: „so dass ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja“ (1. Thess 1,7) Eine erfolgreiche Missionsarbeit in Thessalonich lag hinter Paulus: „Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet.“ (1. Thess 1, 9.10)
Eines der Themen, die Paulus im Brief aufgriff, weil es die Thessalonicher beschäftigte, war: „Wir wollen euch, liebe Brüder, nicht im Ungewissen lassen über die, die entschlafen sind, damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einher führen.“ (1. Thess 4, 13.14) Und er hat noch einen weiteren Trost bereit: „Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind.“ (1. Thess 4,15)
Der Apostel Paulus beschreibt die Ereignisse am Ende der Zeit, wie sie Jesus in den Abschiedsreden im Matthäusevangelium (er kommt eines Tages auf Wolken wieder, 24,30) angekündigt hat und ergänzte mit der Rolle, die die bereits Entschlafenen spielen. Jesus kommt in Begleitung der bereits Verstorbenen: „Danach werden wir, die wir leben und übriggeblieben sind mit den Toten zugleich entrückt werden auf den Wolken in die Luft dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.“ (1. Thess 4,17)
Aber noch in einem anderen Punkt erinnerte der Apostel an die Predigt Jesu: niemand kennt den Zeitpunkt, an dem das Ende der Zeit angebrochen ist: „denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht“ (1. Thess 5,2) Aber Getaufte sind Kinder des Lichts und brauchen sich nicht davor zu fürchten: „Wir aber, die wir Kinder des Tages sind, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil.“ (1. Thess 5,8)
Diese Hoffnung war neu für die Anhänger des Vielgötterglaubens und überzeugte sie, dass Jesus Christus das Heil für sie bedeutete. Rund 300 Jahre dauerten die Verfolgungen der Christen im Römischen Reich an, aber die Getauften hielten an ihrem Glauben fest. Und setzten sich letztendlich durch, 313 n. Chr. erlaubte Kaiser Konstantin I die christliche Lehre. Noch heute gehört die Hoffnung auf das Heil nach dem Gerichtstag Gottes zu den Fundamenten der christlichen Kirche. Inzwischen sind rund 2000 Jahre vergangen, und Jesus ist noch nicht zurück gekommen. Aber kein Christ zweifelt daran, dass es passieren wird. Mit den tröstlichen Worten des Apostels, die auch heute noch für uns Christen gelten, verabschiedete sich Paulus von den Thessalonichern: „Treu ist er, der euch ruft, er wird’s auch tun.“ (1. Thess 4,27)
Wir können auf Jesus, der für uns gestorben ist und den Tod überwunden hat, vertrauen. Und der Panzer des Glaubens tut dies auch und wartet unerschütterlich auf die Rückkehr von Jesus Christus.



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